Guggemusig Doppleschwand

   

Wie in vielen katholischen Gemeinden der Schweiz, wurden die drei Fasnachtstage (schmutziger Donnerstag, Güdis-Montag und Dienstag) vor der Fasnachtszeit auch in Doppleschwand mit Maskentreiben, Umzügen und bunten Darbietungen noch einmal ausgekostet.

 

Ab 1907 wurden die närrischen Tage, vor allem der Dienstag, von einer Fasnachtszunft gestaltet. Man organisierte Maskenskirennen, Kindsscheselirennen und geschmückte Wagen, welche aktuelle Themen auf die Schippe nahmen.

Ab den 20ern führte man immer wieder eine riesige Geige mit, in welcher fünf musiker Platz fanden und die Geige zum Musizieren brachte. Diese Musiker als erste Guggemusig zu bezeichnen, ist aber sicher nicht richtig.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden dann die Zunft und die Dorffasnacht wiederbelebt. 1954 hatten ein paar junge Doppleschwander die Idee, die Fasnacht mit lautem Getöse zu beginnen. Zitat: „man wolle die Doppleschwander mit Pauken und Trompeten aus ihren Träumen reissen“. Zehn Mann sollen damals dabei gewesen sein. So entstand die Tagwache, mit welcher die Fasnacht in unserer kleinen Gemeinde bis heute eingeläutet wird.

Diese Aktion sollte ursprünglich bereits ein Jahr früher durchgeführt werden. Da aber die Instrumente zu dieser Zeit sehr kostbar und teuer waren, nur die Musikgesellschaft über das benötigte Material verfügte und dieses auch noch gut verschlossen gelagert wurde und der verwaltende Lehrer aus Angst um die Instrumente den Schlüssel nicht aushändigen wollte, musste das historische Unterfangen verschoben werden. Doch ein Jahr später war es dann doch soweit. Die Söhne des Lehrers hatten auch genug Zeit den Aufenthaltsort des Schlüssels ausfindig zu machen.

 

In einem historischen Akt wurde der Schlüssel entwendet und die Instrumente den Pionieren übergeben. Ab da an ging die Guggemusig Doppleschwand regelmässig auf Fasnachtournee. Von Sörenberg bis Wolhusen wurde man schon freudig in den Restaurants erwartet. Ein Glas Wein war der Lohn für die Musikalische Einlage. Angeblich sollen nicht wenige der Guggemusig regelrecht nachgepilgert sein. Die Guggemusig Doppleschwand war ja damals die einzige Guggemusig weit und breit.

 

So entstand die älteste Guggemusig in der Luzerner Landschaft und hat bis heute Bestand.

 

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